Pflegestrukturplanung in RLP

Kommunale Pflegestrukturplanung in Rheinland-Pfalz

Kommunen können durch zielgerichtete Steuerung und kooperative Gestaltung der wohnortnahen Infrastruktur für pflege- und unterstützungsbedürftige Menschen und Menschen mit Behinderungen im Sozialraum zukunftsfähige Rahmenbedingungen und Strukturen der Pflege und Versorgung sichern und weiter entwickeln.

Ältere und behinderte Menschen haben heute ganz konkrete Vorstellungen vom Wohnen:
Sie wollen eigenständig, selbstbestimmt und unabhängig leben und sie wollen nicht allein sein.
Sie suchen und brauchen die Gemeinschaft, die sie in der Familie, mit Alt und Jung oder auch in neuen Nachbarschaften erleben. Das setzt voraus, dass die Menschen und ihre Bezugs- und Pflegepersonen die benötigten Hilfen dort bekommen, wo sie gebraucht werden. Ambulante Unterstützungsangebote und haushaltsnahe Dienstleistungen, ein guter ÖPNV, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Apotheken, Kultur und Freizeiteinrichtungen und ein soziales Miteinander sind unverzichtbare Bausteine, um weiter zu Hause leben zu können.

Wie Kommunen durch zielgerichtete Steuerung und kooperative Gestaltung der wohnortnahen Infrastruktur für pflege- und unterstützungsbedürftige Menschen und Menschen mit Behinderungen im Sozialraum zukunftsfähige Rahmenbedingungen und Strukturen der Pflege und Versorgung sichern und weiter entwickeln können, wurde in einer zweijährigen Modellphase unter der wissenschaftlichen Begleitung des Instituts für angewandte Sozialforschung Alter. Gesellschaft. Partizipation aus Freiburg in 10 Regionen von Rheinland-Pfalz erprobt. Die dort gewonnenen Erfahrungen, Erkenntnisse und erfolgreichen Prozesse können jetzt im Handbuch für die kommunale Pflegestrukturplanung in Rheinland-Pfalz –hier-  nachgelesen und nachgeahmt werden.

Integrierte Sozialplanung braucht Dialog, Kooperation und Vernetzung.
Wie das gelingt zeigen unter anderem unterschiedliche Umsetzungskonzepte vor Ort, zum Beispiel „Zu Hause alt werden“ im Landkreis Bernkastel-Wittlich, „Mittendrin statt nur gepflegt. Teilhabe stationär gepflegter Menschen am Gemeindeleben“ im Donnersbergkreis oder „Wohnen im Alter(n) im ländlichen Raum“ im Landkreis Kusel von den Kommunen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern gemeinsam aufgegriffen. Solche Prozesse führen zu einer Sensibilisierung und zur gemeinsamen Entwicklung von lokalen Zukunftskonzepten. Selbstbestimmung und Teilhabe am gesamten Gestaltungsprozess wurde damit durch unterschiedliche Beteiligungsprojekte vor Ort erfahren.

Da es eine Vielzahl von Überschneidungen beziehungsweise gemeinsamen Zielsetzungen gibt, sollen der Unterstützungsbedarf von pflegebedürftigen Menschen und von Menschen mit Behinderungen miteinander verbunden und die dafür erforderlichen Leistungsangebote aufeinander abgestimmt werden.

Das erfordert einen integrierten kommunalpolitischen Ansatz, der die vorhandenen Ressourcen vor Ort berücksichtigt und systematisch weiterentwickelt. Um dieses Ziel in Rheinland-Pfalz zeitnah gemeinsam zu erreichen, werden jetzt nächste Handlungsschritte geplant. Und das Rheinland-Pfalz auf dem richtigen Weg ist, bestätigen die Empfehlungen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. vom 8. Dezember 2010 zur Gestaltung einer wohnortnahen Pflegeinfrastruktur. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf der integrierten, sozialraum- und präventionsorientierten Sozialplanung, Steuerung und Infrastrukturentwicklung durch die Kommunen.